Miete aufteilen

Wie wird die Miete einer Wohngemeinschaft gerecht aufgeteilt? Am Einfachsten ist es, wenn man die Gesamtmiete (z.B 900€) einfach durch alle WG-Bewohner. In diesem Fall hat die WG drei Bewohner, was zu einer Miete von 300€ pro Person führt.

Miete gerecht aufteilen

In dieser WG ist allerdings Streit vorprogrammiert, weil Michael natürlich keinen Bock hat, für sein 11qm Kämmerchen genauso viel zu zahlen wie Hans für sein 21qm WG-Zimmer mit Balkonzugang. Völlig nachvollziehbar.

Michaela fällt nun auf, dass auch verhältnismäßig viel für ihr Zimmer bezahlt. Hans behauptet nun, dass alle WG-Bewohner vor dem Einzug in die Wohnung die Größe der jeweiligen Zimmer gekannt haben, und will deshalb die Miete nicht anders aufteilen.

In diesem Beispiel könnte die ungerechte Aufteilung der Miete schnell zu einem WG-Krieg führen. Deshalb sollte man sich auf jeden Fall vor dem Einzug überlegen, wie man die Miete gerecht aufteilen kann.

Mögliche Regelungen für WGs

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten die Miete gerecht aufzuteilen. Im Prinzip gibt es noch eine dritte Möglichkeit, die allerdings extrem aufwendig ist und wohl in den wenigsten Wohngemeinschaften angewandt wird.

1. Miete nach Zimmerfläche berechnen

Die wohl bekannteste Methode ist die Aufteilung der Miete nach Zimmergröße. Die Gesamtmiete wird in gemeinsam benutzte Fläche (wie Küche, Bad und Wohnzimmer) und persönlichen Wohnraum aufgeteilt. Die Miete für die einzelnen Bewohner errechnet sich nun aus dem Verhältnis aus Gesamtmiete und privater Wohnfläche.

Ein Beispiel: Die WG hat 80qm und besteht aus den drei oben genannten Bewohnern. Die Gesamtmiete beträgt 900€. Die gemeinsam genutzte Wohnfläche besteht aus dem Flur (7qm), dem Bad (8qm) und der Küche (15qm), insgesamt also 30qm. Die restlichen 50qm sind unterteilt in 18qm, 21qm, 11qm.
Die Miete berechnet sich also zu:

  • Hans mit dem 21qm-Zimmer zahlt 42%, entspricht 378,- Euro
  • Michaela mit dem 18qm-Zimmer zahlt 36%, entspricht 324,- Euro
  • Michael mit dem 11qm-Zimmer zahlt 22%, entspricht 198,- Euro

Alternativ kann als Berechnungsgrundlage anstatt der Warmmiete auch die Kaltmiete verwendet werden. Die Nebenkosten werden dann gleichmäßig auf die Bewohner verteilt, da von allen Bewohnern ähnlich viel Strom und Internet “verbraucht” wird.

2. Miete als “Zahlungsmittel”

Es ist auch eine Methode denkbar, bei der Hans das große Zimmer behält und trotzdem nur ein Drittel der Miete bezahlt. Als Ausgleich könnte Hans beispielsweise den Putzdienst übernehmen oder andere WG-Aufgaben übernehmen.

Allerdings ist es recht schwer, solche Abmachungen verbindlich festzulegen. Denn wenn Hans keine Lust mehr auf Putzen hat, wird die Situation ziemlich kompliziert…

3. Zimmerrotation

Für die Experimentierfreudigen unter euch bietet sich noch die WG-Zimmerrotation an. Hierbei bezahlt jeder Bewohner der WG gleichviel, allerdings werden die Zimmer in einem festen Abstand getauscht.

Diese Methode ist aber nur schwer umsetzbar und artet durch das ständige “umziehen” auch schnell in Arbeit aus…

Miete gerecht aufteilen ist machbar!

Jedem WG-Bewohner sollte nun klar sein, dass die Mietberechnung nach Zimmergrößen nicht nur die gerechteste, sondern vor allem auch die am einfachsten umsetzbare Methode ist.

2 Kommentare zu “Miete aufteilen”

  1. Hm, das mit der QM-Umverteilung finde ich gut, aber ich denke, dass es bei den Nebenkostenabrechnungen doch zu Unstimmigkeiten kommen kann.

    Ich kenne das Gestreite um zu viel Wasserverbrauch, …lass nicht ständig das Licht brennen….telefonier lieber mit deinem Handy…

    Ich denke auch hier sollte man eine Regelung finden, um friedlich miteinander auszukommen :)

    Zimmerrotation finde ich übrigens doof – ständig renovieren und es sich kurzfristig nach seinem Geschmack gemütlich machen? Das wär nix für mich.

    LG
    Anja

  2. Auch bei den Nebenkosten sollte man drauf achten, nicht die teuersten Anbieter zu wählen. Da lohnt sich nämlich häufig ein intensiver Vergleich und auch die Nutzung von Sonderangeboten und Rabatten. Viele Anbieter stellen nämlich regelmäßig mit zeitlich befristeten Aktionen ganz gute Verträge auf – man muss da halt nur vergleichen und nicht den erstebesten nehmen. Das merkt man sowohl bei Telefon als auch bei Strom, Wasser, Gas.

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